Die ersten Gemeinden, die nach dem Tod und der Auferstehung Jesu entstanden, wussten wenig darüber, wie das christliche Leben aussehen sollte. Sie orientierten sich zunächst an den Heiligen Schriften des Judentums (unserem Alten Testament) und an den Erzählungen über die Worte und Taten Jesu.
Das Alte Testament basiert auf Geschichten, die lange mündlich überliefert wurden. Während des Exils begann das Volk Israel, Gesetze und Geschichten schriftlich festzuhalten. Nach und nach entstand so die Sammlung, die wir heute als Altes Testament kennen.
Die ersten Christen hielten die Worte und Taten Jesu zunächst nicht schriftlich fest, da sie das baldige Ende der Welt erwarteten. Erst später machten es sich einige zur Aufgabe, die Erzählungen niederzuschreiben. Gleichzeitig entstanden Briefe an die ersten Christen, z. B. vom Apostel Paulus, in denen es darum ging, wie das Leben in der Gemeinde und als Christ gestaltet werden sollte.
Nach dem ersten Jahrhundert n. Chr. tauchten weitere Schriften auf, die für Verwirrung sorgten. Im Jahr 367 stellte der Bischof Athanasius eine Liste von Büchern und Briefen zusammen, die er für vertrauenswürdig hielt. Diese Liste wurde auf mehreren Bischofsversammlungen bestätigt.
Seitdem bilden diese Schriften den sogenannten Kanon (= „Maßstab“) des Neuen Testaments.